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Claudio D'Ambrogio (Foto: Peter Jülich)

Foto: Peter Jülich

Kleine Momente, leise Toene, große Wirkung: Mann ueber Bord erzaehlt Geschichten aus dem Leben – ungeschoent, ehrlich und direkt. Das erste Soloalbum von Claudio D’Ambrogio erlaubt einen tiefen, unmaskierten Blick in das Innenleben einer Generation, deren Welt sich so schnell und multidimensional dreht wie niemals zuvor. Seine Texte bringen mit schnoerkelloser Praezision auf den Punkt, was man als Zuhoerer zwar schon tausendfach gefuehlt, aber so noch nie in Worte gefasst hat. Im Zusammenspiel mit den einfuehlsam instrumentierten und liebevoll arrangierten Melodien ist uns das Album die dringend benoetigte Atempause und wie ein Kurzurlaub fuer die Seele.
Der Geschichtenerzaehler foerdert die oftmals versteckte Poesie des Alltags zutage und verwebt sie mit seiner Musik zu wundervoll einpraegsamen Bildern, die uns auf eine bunte Reise durch das wahre Leben schicken. Dabei nimmt uns seine unverwechselbare Stimme behutsam an die Hand und laesst uns mit Leichtigkeit Meersalz auf der Zunge, Sonnenstrahlen auf der Haut oder auch die Atemlosigkeit einer unterhaltungsfixierten Partycrowd buchstaeblich schmecken und fuehlen. So treibt die Uptempo-Nummer Nie genug das urbane Lebensgefuehl einer multimedial vernetzten Gesellschaft gleichsam kritisch wie ansteckend „auf die Spitze unserer Zeit“ und Egal was die anderen sagen oder Mann ueber Bord sind entspannte Plaedoyers fuer den Mut, stets bei sich selbst zu sein und zu bleiben – auch etwaigen Stroemungen und Erwartungshaltungen zum Trotz.
Auch wenn Mann ueber Bord sein erstes Soloalbum ist – der gereiften Stimme und der von einem ereignisreichen Leben gefuehrten Textfeder merkt man sofort an, dass Claudio D’Ambrogio kein Newcomer ist: Nach zwei Alben und mehr als zehn Jahren als Saenger und Songschreiber der Band Rekorder war es fuer ihn nun an der Zeit, etwas anderes zu probieren, seiner kraftvollen und energiegeladenen Stimme ein, zwei Nuancen mehr Zartheit und Verletzlichkeit einzuhauchen. Und das funktioniert gnadenlos gut und geht unmittelbar unter die Haut. Daumen hoch fuer ein Experiment, das hoffentlich keines bleibt, sondern uns von nun an dauerhaft mit kleinen, leisen Geschichten versorgt, die Großes in uns bewirken!

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